Ohne Selbstvertrauen geht nichts in Social Media! Selbstvertrauen ist immer der Ausgangspunkt. Bevor wir über das „Du“ im Dreiklang „Ich, Du, Wir“ sprechen, lohnt ein kurzer Blick zurück auf das „Ich“. Im ersten Teil dieser Reihe ging es um Selbstvertrauen. Um die innere Gewissheit, dass Du Deinen Weg gehen kannst. So weit so gut, lass uns in diesem Artikel final den Vertrauensvorschuss unter die Lupe nehmen. Damit Du gute Partnerschaften und Beziehungen pflegen kannst.
Wer sich selbst vertraut, kann Vertrauen geben.
Selbstvertrauen wirkt wie und ist ein Fundament. Fehlt es, mutiert Vertrauen eher aufgesetzt zu einer Strategie, Taktik oder Absicherung. Hast Du es wirklich, ist es Haltung. Deine Haltung für nachhaltige, echte Beziehung.
Gerade in Beruf und Business zeigt sich dieser Unterschied deutlich. Traust Du Dir selbst, musste halt auch weniger kontrollieren. Das Coole daran ist zugleich ein spannender Rattenschwanz: Wer sich selbst vertraut, kann andere leichter ernst nehmen.
Wie ist das bei Dir? Weißt Du, woran Du bei Dir bist? Kannst Du dadurch die Kompetenz und Expertise anderen ergänzenden Gewerken wirklich zusprechen? Ich wünsche es Dir.
Selbstvertrauen schafft damit eine wichtige Voraussetzung für Beziehungen. Sie funktionieren dann – und tragen. Und ich gehe noch einen Schritt weiter: Vertrauen entsteht in meinem Kosmos selten aus Kalkül. Es entspringt (m)einer inneren Entscheidung.
Je nachdem, wie Du gestrickt bist, welche Erfahrungen Du gesammelt hast. Du kannst jemand Anderem trotzdem etwas zutrauen, ohne sofort den Gegenbeweis zu verlangen. Du kannst einen solchen vorsichtigen Schritt gehen. Davon bin ich überzeugt.
Ich mache das ständig. Auch wenn ich damit bereits im Business bei Partnerschaften ein paar Male auf die Nase gefallen bin. Ist mir das egal? Natürlich nicht. In meinen Grundfesten bin ich nicht erschüttert, halt nur vorsichtig.
Mag sein, dass das auf Dich etwas dick aufgetragen wirkt. Vielleicht erscheint es Dir trotzig, oder arrogant, oder naiv. Ich merke im Business nämlich oft und eher das Gegenteil: Skepsis, Absicherung, Misstrauen. Ein Vertrauensvorschuss fühlt sich deshalb oft wie frische Luft an. Jedenfalls für mich.
Etwas Neues, Unerwartetes ist spannend.
Und genau hier beginnt der Blick auf das „Du“.
Ich vertraue, obwohl das Ergebnis noch ungewiss ist. So wie bei einer Brücke, deren Ende im Nebel verschwindet und über einen tiefen Abgrund führt. Wann bist Du das letzte Mal auf so eine Konstruktion getapert? Wann bist Du das letzte Mal drauflos marschiert, obwohl Du nicht gesehen hast, ob Dich der Weg stabil bis ans Ziel führt?
Vertrauensvorschuss im Business – eine Entscheidung vor dem Beweis.
Was Vertrauensvorschuss im Business wirklich bedeutet. Vertrauensvorschuss klingt für manche nach Risiko. Für andere nach Naivität. In Wirklichkeit beschreibt der Begriff eine einfache Entscheidung: Du gibst Vertrauen, bevor der vollständige Beweis vorliegt.
Doch dabei passiert sowas ständig. Jede neue Zusammenarbeit beginnt doch so, oder? Jede Partnerschaft. Jedes erste Gespräch mit einer potenziellen Kundin oder einem möglichen Kooperationspartner.

Du weißt noch nicht alles über die andere Person. Kannst Du auch gar nicht. Trotzdem öffnest Du die Tür ein Stück.
Oder Du streckst zur Begrüßung Deine Hand aus. Ein Symbol für das aktive Angebot Deines Vertrauens in das Gegenüber. Genau dieser Moment ist der Vertrauensvorschuss.
Vertrauensvorschuss ist keine Naivität, sondern Haltung!
Auch, ein häufiger Irrtum: Vertrauen bedeutet für viele, alles ungeprüft zu glauben. Das Gegenteil ist der Fall. Vertrauensvorschuss ist eine aktive Entscheidung. Du gehst bewusst davon aus, dass Dein Gegenüber es ernst mit Dir meint.
Du gibst Raum für Kooperation. Du gehst davon aus, dass eine Zusammenarbeit möglich ist. Es verhält sich wie eine offene Tür, die offensteht. Lichtschein dringt von innen heraus. Du kannst einen halben Blick wagen, aber noch nicht alles erkennen.
Wie oft bittest Du jemanden hinein in Deinen Raum, in Deinen Safe Space – mit der Hoffnung, dass er oder sie Dein geschenktes Vertrauen nicht enttäuscht?
Denke dran, Du bist nicht geblendet oder gar blind in solch einer Situation. Du bist selbstwirksam. Und Du führst Dich mit klarer Haltung in Deinem Umgang mit Menschen.
Vertrauen ändert Beziehungen sofort.
Das wirkt. Kannst Du es (noch) spüren – oder Dich daran erinnern, wie es auf Dich wirkte, wenn oder als jemand Dir einen vielleicht sogar unerwarteten Vertrauensvorschuss gab?
Denk kurz an eine Situation, in der Dir jemand etwas zugetraut hat. Vielleicht ein Auftrag, eine Verantwortung oder eine Empfehlung.
In vielen Fällen passiert dann etwas Interessantes: Du willst dieses Vertrauen rechtfertigen. Du willst zeigen, dass es gut angelegt war.
Der Vertrauensvorschuss aktiviert Verantwortung. Er stärkt Deinen Einsatz und Dein Engagement.
Viele Menschen reagieren genau so.
Der psychologische Effekt dahinter.
Intensive, nachhaltige Beziehung entsteht schneller. Misstrauen erzeugt Distanz. Vertrauen erzeugt Bewegung. Zueinander.
Sicherlich weißt Du, wenn Du jemandem von Beginn an mit Vertrauen begegnest, dass sich die Atmosphäre verändert. Gespräche wird offener, tiefer, Ideen sprudeln. Und auch Entscheidungen fallen leichter und schneller.
Natürlich funktioniert das nicht immer. Menschen bleiben Menschen.
Doch die Wahrscheinlichkeit für eine konstruktive Zusammenarbeit steigt deutlich. Vertrauen schafft einen Raum, in dem Beziehung wachsen kann.
Ich vergleiche das immer mit dem Säen eines Samenkorns in trockenem Boden. Du pflanzt etwas ein, bevor Du überhaupt wissen kannst, ob es wachsen wird. Ich für meinen Teil investiere Vertrauen – auch ohne sofortige Sicherheit auf einen Ertrag in der Zukunft.
Hör auf zu senden, fang an zu vertrauen!
Kommen wir „mal kurz“ zu Social Media. Ähm, tja. Jetzt schaue auf Dich, Deine Timeline und deren Beiträge. Wo und bei wem bleibst Du hängen? Doch lieber bei Leuten, die Du magst, zu denen Du eine Beziehung hast
Verfolgst Du konkrete strategische Ansätze für Vertrauensvorschuss? Social Media sind auf den ersten Blick wie eine Bühne. Viele nutzen diese Bühne zum Senden. Inhalte raus. Botschaften raus. Angebote raus. Auch ich bin so, selbstverständlich. Als Selbstständiger muss ich das auch sein.
Jedoch.
Doch Vertrauen entsteht selten durch Lautstärke. Dieses laute Aufgepluster à la „Mein Haus, mein Garten, meine Yacht“ geht mir ziemlich auf den Zeiger. Ich weiß, dass es und wie es leiser geht. Ich nenne das qualitative Reichweite.
Et muss nich‘ immer der große sichtbare Wurf sein. Es geht um gezielte Ansprache. DAS ist Beziehung. Masse statt Klasse ist nicht meines.
Verstehe mich bitte nicht falsch. Ich weiß, dass sowas auch funktioniert. Buzzword gefällig? Funnel aufbauen und oben viel reinkippen, damit unten ein bestimmter Prozentsatz an zahlwilliger Kundschaft rauskommt. Alles probiert mit Ankündigungen, Anfüttern, Webinar durchführen usw. Es hat seinerzeit meine E-Mail-Liste gut gefüllt.
Aber.
Ich konnte das nur temporär durchziehen – und mache das wohldosiert in meinem Tempo, damit ich nicht durchdrehe vor lauter Oberflächlichkeit. Beziehung, auch im Business brauche zumindest ich das für meine strategische Beratung und Coaching-Anliegen, mit denen an mich herangetreten wird.
Ein Vertrauensvorschuss zeigt sich deshalb auch in der Art, wie Du Social Media nutzt. Geh‘ einfach davon aus, dass Deine Meute nicht nur konsumieren will. Versuche, andere Meinungen und Perspektiven einzufangen. Rege an zum Austausch, mitzudenken, zu reagieren, mitzudiskutieren.
Dialog statt Bühne.
Der einfachste Schritt in diese Richtung: Fragen stellen.
Fragen öffnen Räume. Wer fragt, der führt. Marketing- und Leadership-Blabla. Nun ja, nicht ganz. Weniger Blabla als vielmehr die Wahrheit. Die persönliche Note entscheidet, und ob Du glaubhaft vermitteln kannst, es ernst zu meinen.
Mein bester Post – und ich platziere derlei sehr subtil und wohl gewählt: mein Dankes-Post. Darin markiere ich Menschen aus meinem Umfeld, zu denen ich tiefes Vertrauen habe und deren Kompetenzen ich schätze. Und ich säe Vertrauen ins Gegenüber – in dieses Du. Ich zeige, wem ich vertraue – und aus welchem Grunde, und auch welche Kompetenz ich hofiere.
Noch wichtiger ist die Reaktion darauf. Kommentare sind keine Störung im System. Sie sind der Moment, in dem echte Kommunikation beginnt. Nun, die Störung kommt erstmal als Formulierung komisch daher.
Mag sein. Jedoch: Ich empfinde so einen Dankes-Beitrag erstmal nur in eine Richtung. Hege ich eine Erwartung auf eine Reaktion? Von der betreffenden Person? Nein. Denn sowas passiert im Netz ganz schnell.
Warum likest Du nicht zurück? Warum antwortest Du nicht?
Geht Dir das auch durch den Kopf und Du hängst „ständig“ im sozialen Netzwerk Deiner Wahl und wartest auf Echo? Nun, es kann ja sein, dass Dein Gegenüber gerade (tagelang) keine Zeit und keinen Kopf für Social Media hat.
Was (mir) tatsächlich sehr häufig passiert, ist, dass Kommentare oder persönliche Nachrichten im Strom des digitalen Over-Input untergehen. Manchmal eher eine Woche. Jo, isso.
Natürlich gilt: Wenn Du Resonanz ernst nimmst, zeigst und erzeugst Du Vertrauen. Für mich und mein Umfeld gilt: Ich setze großes Vertrauen in die Gedanken der anderen Person.
Und Vertrauen in die gemeinsame Entwicklung einer Idee.
Vertrauensvorschuss mit klarem Blick – Vertrauen ja, Blindheit nein.
Gibt es kleine Prüfsteine im Miteinander? Natürlich.
Vertrauen braucht geistige Bewegung. Und es wächst durch gemeinsame Erfahrung, Austausch, Diskurs. Man muss nicht immer einer Meinung sein. Schließlich kennen wir nicht alle Begebenheiten des Gegenübers. Niemand kann Dich in Gänze kennen, Du weißt das.
Was wir können. Du kannst klein anfangen. Ein erstes Gespräch. Ein kleiner gemeinsamer Schritt. Eine überschaubare Zusammenarbeit. Mit festgelegtem Ende, einer Revision, einer Evaluation.
Mit meinen bisherigen Erfolgsteams bin ich nicht immer so verfahren. Etwas zu pausieren, wenn die Luft und Energie raus ist, Weiter-Entwicklung zunehmend einseitiger wird – das wird dann schwierig. Diese Erfahrungen wirken wie Prüfsteine. Sie zeigen, ob das Vertrauen noch trägt.
Erwartungen klären und Kommunikation offen führen.
Viele Missverständnisse entstehen nicht durch böse Absicht. Sie entstehen durch fehlende Klarheit. Schenkst Du Vertrauen, darfst Du auch Deine Hoffnungen und gemeinsame Ziele aussprechen. Und Du solltest nach den Wünschen Deines Gegenübers fragen.
Klare Kommunikation schützt Vertrauen. Sie macht Zusammenarbeit einfacher. Und sie verhindert unnötige Konflikte.
Vertrauensvorschuss als Haltung – Beziehung als Beweis.
Oft in meinem Leben wählte ich Vertrauensvorschuss als bewusste Entscheidung. Nicht ganz so oft – welch‘ Glück, welch‘ Freude! – wurde ich ent-täuscht. Denn eines weiß ich:
Ein Vertrauensvorschuss ist keine spontane Laune. Es ist (m)eine Haltung im Umgang mit Menschen:
- Du entscheidest Dich dafür, Beziehungen eine Chance zu geben.
- Du gehst davon aus, dass Kooperation möglich ist.
Diese Haltung verändert die Art, wie Gespräche überhaupt beginnen. Und sie verändert das Verhalten, wie Partnerschaften wachsen. Der Anfang von echter partnerschaftlicher Zusammenarbeit. Darum geht es im „Wir“ der Formel für erfolgreiche Partnerschaften, Beziehungen und Gruppen.
Ein „Wir“, eine Partnerschaft im Business entsteht nicht durch Verträge allein. Sie entsteht durch Vertrauen. Manchmal per Handschlag. Der Vertrauensvorschuss ist oft der erste Schritt in diese Richtung.
Nochmal:
Du gehst voran.
Du öffnest einen Raum für Zusammenarbeit.
Und manchmal zeigt sich genau dann, dass Dein Vertrauen keine Schwäche, keine Naivität ist.
Sondern eine erstaunlich kluge Strategie.
Exkurs: Dein Kern.
Ich habe da etwas entwickelt: den Social Media Kern. Du kannst es gebrauchen, wenn Du Dir selbst auf die Schliche kommen möchtest, ob Du Vertrauen in Dich, Deine Fähigkeiten – und in die Deines Umfelds setzt.
In diesem Sinne: Herzliche Grüße aus dem Bergischen Land,
Dein Christoph Ziegler
Social Media – Vision. Mission. Kreation.
(Photocredit: lunedi@bk.ru via depositphotos)
