Ein Experiment, ein Vorhaben, ein Ziel. Gerade weile ich im Haus der Stille in Rengsdorf bei Koblenz. Dreieinhalb Tage Verbindung zu mir selbst aufbauen und wiederherstellen. Wenn Du im Leben erfolgreich sein willst, überleben willst, brauchst Du eine Strategie. Den Dreiklang „Ich, Du, Wir.“ als Anleitung, als Haltung für glückliche Beziehungen schenkte mir beziehungsweise erntete ich vor Jahr und Tag von einer Coach-Kollegin in meinem Alleine-Urlaub auf Korfu. Hier und Jetzt und mit diesem Artikel beschäftige ich mich mit der Frage: Wie gelange ich zu starkem Selbstvertrauen, wenn ich mal nicht auf meine gewohnten Ressourcen zurückgreifen kann?
Seit Korfu lässt mich diese Formel nicht los. Weil sie sich für mich so einfach und so wahr anfühlt. Es ist die Reihenfolge, die entscheidet. Zuerst Klarheit für einen Selbst, dann das Gegenüber in (all) den Eigenheiten verstehen – und dann kann Gemeinsames entstehen.
Im besten Fall für immer. Gegebenheiten ändern sich. Entwicklung findet statt. Das ist das Leben. Ein stabiles Fundament, das fängt jedoch bei Dir selbst an.
Dieses Jahr, 2026, überschrieb ich für mich mit dem Wort „Vertrauen“. Selbstvertrauen, was ist das eigentlich? Wie entsteht das eigentlich? Wie geht das eigentlich?
Das Gebäude, in dem ich schlafe, heißt „Refugium“. Wie passend; ein Ort für Stille, Rückzug, Auftanken.
Ein Refugium: Die Reise ins Selbstvertrauen.
Ein langsames Einschwingen hilft zum und beim Auftanken. Hopplahopp, mal eben – das ahnst Du, wenn es um Entwicklung geht, hilft in den seltensten Fällen. Ganz gleich, welche Entwicklung Du angehen möchtest.
Vielleicht entdeckst Du Symptome bei Dir:
- Etwas ist unstimmig in Dir.
- Ein unbestimmtes, flaues Gefühl in der Magengegend hat sich bequem eingenistet.
- Ein Trigger lässt Dich bei einigen Menschen plötzlich aus der Haut fahren.
So war es bei mir. Bei aller Gelassenheit und Fröhlichkeit, die mir naturgegeben anheim ist. Ja, das ist ziemlich persönlich.
Auch – oder gerade deswegen? – begab ich mich auf die Reise. Meine Aus-, Fort- und Weiterbildungen spiegeln genau das wider. Mein roter Faden im Leben. Menschen, Dinge, Prozesse zu verstehen; das treibt mich an. Und das ist alles erstmal eine sachliche Info.
Prägend und geprägt.
Dieses Jahr nulle ich zum fünften Male. Die Midlife Crisis überstand, überwand ich vor vierzehn, fünfzehn Jahren. Zwei schwere und turbulente Jahre. Voller Unsicherheit. Ich hatte mich damals vollends verloren.
Hose runter. Schonungslos und radikal ehrlich zu mir selbst. Du solltest weiterlesen und offen für Dich und Deine Entwicklung bleiben, wenn Du Veränderung willst. Wirklich willst!
Der stete Tropfen hölt den Stein, heißt es so schön. Selbstvertrauen baut sich peu à peu auf. Ebenso kommt es schleichend abhanden. Muster und Prozesse installieren sich wie auf Autopilot.
Mein digitales Entwicklungs-Alphabet ist dafür da und für Menschen gedacht, die bereit sind, sich selbst in ganz kleinen Schritten unter die Lupe und aufs Korn zu nehmen.
Es ist ein Prozess, die eigene Transformation zu begleiten. Behutsam mit sich selbst umzugehen, sich selbst ein:e gute:r Freund:in zu sein, achtsam mit den eigenen Ressourcen zu haushalten… Meinem Selbstvertrauen, also die Zuversicht und das Wissen um die eigene Persönlichkeit, den eigenen Kern – dem ein Stück weit weiter auf die Schliche zu kommen, das ist eine abstrakt formulierte Erwartung. Bei der Du jetzt vielleicht innerlich nickst.
Manchmal musst Du stark sein: keine Ablenkung!
Es geht schließlich um den ersten Aspekt im Dreiklang „Ich, Du, Wir.“ Schaue, dass Du eine Vereinbarung mit Dir selbst triffst, wenn Du im Mittelpunkt Deiner Entwicklung stehst.
Alles geht von Dir aus.
Alles ist bereits da.
Nicht alles wirst Du einordnen können, was sich in der Stille zeigt. Nicht alles wirst Du verstehen, was Du empfindest. Nicht alles wirst Du erfahren, wovon Du Dir Antworten erhoffst.
Dann ist das so.
Dieser Ort: Das Refugium, ein Ort der Einkehr, der Zuflucht.
Dein Refugium kann ein physischer Ort weitab Deines Alltags sein. Du kannst ihn einrichten in Deinem Büro und Ablenkung eliminieren. Ganz gleich: Hauptsache Stille. Meine Empfehlung.

Verbinde Dich gedanklich mit Assoziationen und Herleitungen. Ob das alles so wahr ist, was Du da so denkst? Es ist Deine Wahrheit!
Was dem vorausgeht? Eine Frage, ein Vorhaben, ein Ziel.
Sei Dir sicher: Der Körper vergisst nicht, die Zellen speichern alles. Oft erfahre ich das selbst in meiner Rolle als Coach und Begleiter. Ein Coach hält den Raum. Aushalten, das machen meine Klient:innen.
Auch ich war auf dieser Seite.
Vertraue dem Prozess.
Wenn Du eine Strategie aufsetzt, willst Du von A nach B und C kommen. Oft genug bist Du bereits schon Schritte gegangen und längst nicht mehr am Ausgangspunkt Deines Weges.
Dann heißt es, von B nach A zu kommen. Um zu verstehen, zu fühlen, warum wieso weshalb – und wofür.
Die Entwicklung geht weiter, nämlich.
Selbstvertrauen, sich selbst zu vertrauen, sich trauen und mutig sein.
Wortfetzen, Bedeutungen, alles hat beim Brainstorming, Auseinanderklamüsern Auswirkungen auf das eigene Handeln. Glaube jedoch nicht alles, was Du denkst! Unser Gehirn ist effizient und will einfache Erklärungen. Muster entstehen, Pfade treten sich ein, Persönlichkeit erscheint an der Oberfläche.
Utopie: Unausgesprochenes aussprechen – und fühlen.
Natürlich, Du weißt es. Ein Begleiter, eine Coach an Deiner Seite, damit geht sowas viel besser. Auch alleine kannst Du Dich auf die Reise ins Selbstvertrauen begeben. Ein bisschen Vorbereitung und Rahmung braucht es.
Für mich war es mit tiefgründigen Reflexionsfragen zuweilen schmerzvoll. Die Erkenntnis für mich? Dass wir gefangen sind im Autopilot. Muster antrainiert, stetig gefüttert. Unbemerkt. Wann merke ich, dass ich im Zwang, unbewusst handele? Wie bemerke, spüre, fühle ich das wo im Körper?
Schau mal auf Dich und Deine Situationen, in denen Andere etwas bemerken und Dir das spiegeln.
Was Du dafür definitiv gut gebrauchen kannst, ist ein sicherer Ort. Ein Refugium. Dein Refugium.
Bereit? Dann los!
Integration: Warum das „Ich“ zuerst kommt.
In jeder Beziehung startest Du bei Dir. Deine Haltung prägt jede Begegnung. Ohne Selbstkontakt reagierst Du statt zu gestalten. Du sendest Signale, bevor Du sprichst. Dein eigenes Ich schafft die Basis für Vertrauen. Selbstvertrauen.
Selbstklärung bedeutet, dass Du Dir einen ehrlichen Blick nach innen gestattest. Du erkennst Muster, die Deine Beziehungen formen. Und ja, Du übernimmst Verantwortung für Dein Verhalten. Akzeptiere das. Du triffst (irgendwann, im besten Fall ab jetzt) bewusste Entscheidungen. Anstelle von Automatismen, die irgendwie einen Weg in Dein System fanden. So entsteht wahre innere Stabilität.
How to? Schreibe drei Situationen auf, in denen Deine eigene Haltung den Verlauf einer Beziehung stark beeinflusst hat.
Selbstbild klären – Deine Werte, Bedürfnisse, Grenzen.
Dein Selbstbild steuert Dein Handeln im Kontakt mit anderen. Deine Werte geben Dir Orientierung. Wenn Du sie parat hast, und Dich bewusst darauf besinnst. Deine Bedürfnisse zeigen Dir, was du wirklich brauchst. Setzt Du fürsorglich Grenzen, schützen sie Dich. Du kannst Deine Energie woanders einsetzen.
Ja, ohne innere Klarheit über Deine Werte, Bedürfnisse und Grenzen, lebst Du schnell im Anpassungsmodus.
Die gute Nachricht: Du kannst dein Selbstbild aktiv schärfen! Reflektiere prägende Erfahrungen aus vergangenen und aktuellen Beziehungen. Achte auf wiederkehrende Konfliktthemen. Frage Dich, wo Du zu viel gibst oder zu wenig sagst. Formuliere Deine wichtigsten Werte in ganz einfachen Worten.
How to? Notiere Deine fünf wichtigsten Werte und prüfe, ob Dein aktuelles Verhalten dazu passt. Jetzt kommt der kniffligste Teil. Es sind nicht die ersten fünf Begriffe, die Dir einfallen. Nimm. Dir. Zeit! Brainstorme, halte die Pause aus, brainstorme und spüre weiter. Du darfst ähnliche Werte zusammenlegen, clustern, weitere Über- oder Unterbegriffe mögen erscheinen und weit passender sein.
Selbstvertrauen aufbauen – wahre Stärken erkennen.
Selbstvertrauen entsteht Schritt für Schritt durch gelebte Erfahrungen. Du brauchst Beweise für Deine eigene Wirksamkeit. Wirklich? Vielleicht auch: Kleine Erfolge zählen mehr als große Vorsätze und Meilensteine. Bewusstes Erinnern – das stärkt Dein inneres Fundament. Du lernst erst mit der Zeit, Dir selbst zu vertrauen.
Tja, so kommen wir leider nicht auf die Welt. Erst lernen wir, dann verlernen wir, um erneut zu lernen. Intensive Stärkenarbeit sorgt für Klarheit über Dein Potenzial, was in Dir ist. Ich schreibe bewusst nicht „in Dir schlummert“. Bestenfalls ist es längst da – und Du lebst es in Deinem Privatleben, in Deinem Job, in Deinem Alltag. Dann kannst Du jetzt aufhören zu lesen. Falls nicht…
How to? Frage Dich, was Dir regelmäßig gut gelingt – und woran Du gleichzeitig Freude verspürst und was Dir on the long Run auch noch Kraft schenkt. Sammle Feedback aus Deinem Umfeld. Erkenne Muster hinter diesen Erfolgen. Erstelle eine Liste mit zehn Situationen, in denen Du Herausforderungen souverän gemeistert hast.
Innere Dialoge steuern – Zweifel prüfen.
Vielleicht hast Du schonmal etwas vom Inneren Dialog gehört. Sicherlich kannst Du Dir darunter etwas vorstellen. Er beeinflusst maßgeblich Deine Beziehungen und deren (Aus-) Gestaltung. Gedanken lassen sich trainieren wie Muskeln.
Kritische Stimmen können Dich klein halten. Du musst nicht jeden Gedanken Glauben schenken.
How to? Prüfe Deine schnellen Annahmen aktiv und bewusst. Stärke Deine konstruktive innere Haltung. Beobachte typische Selbstzweifel im Alltag. Formuliere realistische Gegenargumente. Frage Dich, was ein wohlwollender Freund sagen würde. So bekommst Du mentale Klarheit.
Nochmal: Schreibe Deine häufigen Selbstzweifel auf und ergänze jeweils drei realistische Gegenperspektiven.
Vom Ich ins Wir – Selbstsicherheit mit Selbstvertrauen leben.
Mittlerweile bist Du ein gutes Stück weit gekommen – wenn Du Dir in Deinem Refugium Zeit für Dich genommen hast.
Du merkst, ein klares Ich erleichtert echte Verbindung. Ich bin sicher, auch Dein Umfeld wird Deine innere Stabilität spüren. Vertrauen beim Gegenüber wächst durch Dein authentisches Auftreten. Eine Sau, die immer wieder durchs Dorf getrieben wird. Eine Phrase, die unendlich oft wiederholt wird.
Nein. Weder ein Tier, noch eine Floskel.
Selbstsicherheit bedeutet hingegen nicht Dominanz. Mit Selbstsicherheit und Selbstvertrauen hörst Du hin, bleibst offen und dennoch bei Dir. Du kannst immer Nein sagen und trotzdem verbunden bleiben.
Ein Checkup: Wähle eine kommende Begegnung und formuliere vorab Deine Haltung, Dein Ziel und eine klare Grenze, die Du vielleicht setzen magst.
In diesem Sinne: Herzliche Grüße aus dem Bergischen Land,
Dein Christoph Ziegler
Social Media – Vision. Mission. Kreation.
(Photocredit: eigenes Material)
